fbpx

100 Jahre Kurt Naef

Zu Ehren des Firmengründers, Gestalters und Visionärs.

100 Jahre Kurt Naef – Ausstellung im Schweizer Kindermuseum in Baden

1. bis 31. Mai 2026

Vor 20 Jahren, im Mai 2006, blickte Kurt Naef in einer Werkschau im Kindermuseum in Baden zusammen mit vielen Besucherinnen und Besuchern auf sein Lebenswerk zurück. Im Zentrum der Ausstellung stand die Herausgabe des Buches «Kurt Naef – Der Spielzeugmacher/The Toymaker», in welchem sein facettenreiches Wirken gezeigt wird. Niemand ahnte damals, dass der endgültige Abschied von ihm kurz bevorstand, denn der Erfinder zahlreicher Spielobjekte starb 80-jährig im November desselben Jahres. Zu seinen Ehren findet nun erneut eine Ausstellung am gleichen Ort statt. Kurt Naef, dessen Geburtstag sich dieses Jahr zum 100. Mal jährt, hat einen grossen Teil seiner Lebensjahre dem Spiel gewidmet.

Seit drei Generationen sind seine Spielobjekte in Kinderzimmern, in Babybetten, auf Regalen in Wohnzimmern oder auf Schreibtischen anzutreffen, einige warten gut verpackt geduldig auf einen nächsten Einsatz. Den intensiven Gebrauch sieht man ihnen oft nicht an, denn Topqualität war für den Erfinder dieser Spiele oberstes Gebot. Schön sollen sie aussehen, in harmonische Farben und Formen und angenehm zum Anfassen sein, vielfältige Spielmöglichkeiten sollen sie bieten und zum Experimentieren einladen. Als gelernter Schreiner und diplomierter Innenarchitekt war das Material Holz für ihn naheliegend, um seine Ideen und Visionen umzusetzen. 1956 erfand Kurt Naef ein erstes Bauspiel aus Holzwürfeln mit diagonalen Einschnitten, die raffiniertere Konstruktionen ermöglichten als die herkömmlichen Bauklötze. Das Naef-Spiel war geboren und wird seither ohne Unterbrechung produziert. Später befasste er sich mit Spielzeug für die Allerkleinsten, da gut gestaltete Produkte auf dem Markt fehlten. Es entstanden Greiflinge für Babys wie Kauring, Baby Balls und Ringli Ring, Artikel, die heute noch hergestellt werden und gefragt sind.

Unermüdlich und beharrlich tüftelte Kurt Naef, versuchte neue Ideen umzusetzen, stellte Prototypen her. Gegen 60 von ihm gestaltete Produkte wurden während Jahrzehnten erfolgreich verkauft und sind teilweise immer noch auf dem Markt. Kurt Naef glaubte an seine Visionen. Er sagte sich: Gespielt wird überall und schöne Produkte gefallen auf der ganzen Welt. Der Erfolg gab ihm Recht. Die Marke Naef wurde bald über die Landesgrenzen hinausgetragen, bis nach Japan. Seit den 70iger Jahren besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Land im fernen Osten, wo ästhetische Ansprüche hoch sind und gutes pädagogisches Spielzeug geschätzt wird.

Kurt Naef war immer offen für Neues und interessierte sich deshalb auch für die Ideen anderer Designer, die ihm ihre Erfindungen vorstellten. Sein geschultes Auge erkannte sogleich den Wert eines neuen Produkts. Wichtig war, ob es zu der Naef-Philosophie passte, aber auch ob es verkäuflich und für die Serienproduktion geeignet war. Im Laufe der Zeit wirkten über 100 Gestalterinnen und Gestalter aus der ganzen Welt an der Produkte-Palette von Naef mit. Die Zusammenarbeit mit kreativen Menschen begründet bis heute wesentlich den Erfolg des Unternehmens.

Die Ausstellung zeigt das gesamte kreative Schaffen Kurt Naefs. Dabei wird klar: Gutes Design, handwerkliche Sorgfalt und schönes Material überdauern die Zeit. Die Frage, ob pädagogisches Holzspielzeug neben den elektronischen Errungenschaften heute noch Platz hat, beantwortete er einst folgendermassen: «Spiele zum Anfassen sind eine alte Sache und bringen immer wieder neue Erfahrungen – verschwinden werden sie nicht.»

Kindermuseum Baden

Vita von Kurt Naef